Einfache Tipps für Reste vom Weihnachtsmenü

Wie schafft ihr es, eure Reste vom Weihnachtsmenü richtig aufzubewahren und wieder aufzuwärmen.

Das üppige Weihnachtsmenü richtig aufbewahren und erneut zubereiten
Zuviel über vom Weihnachstbraten

Habt ihr es mal wieder zu gut gemeint mit dem üppigen Weihnachtsmenü und es ist von allem wieder jede Menge übrig geblieben? Zudem ist man meist noch bei Freunden und Verwandten eingeladen und die Möglichkeit, alles zeitnah aufzuessen, rückt immer mehr aus dem Blickfeld. So passiert es leider viel zu schnell, das doch frühzeitig weggeworfen oder falsch aufbewahrt wird. Dadurch mehrt sich ungewollt die Lebensmittelverschwendung.

Wir wollen euch mit diesem Artikel Sicherheit geben, wie ihr am besten die Reste aufbewahrt und wie lange sie unbedenklich genossen werden können und weiterhin schmackhaft bleiben wie frisch gekocht.

Richtig aufbewahren in verschließbaren Boxen

Essensreste richtig aufbewahren

Mit der richtigen Aufbewahrung lässt sich die Haltbarkeit positiv beeinflussen. So sind luftdicht verschließbare Boxen oder Schraubgläser die richtige Wahl. Offene Schüsseln am besten mit nachhaltigen Bienenwachstüchern abdecken. Kochtöpfe dürfen auf keinen Fall sofort in den Kühlschrank gestellt werden, da sich in der Mitte des Topfinneren ein Wärmefeld halten kann. Das ist idealer Nährboden für die Bakterienbildung.

Die Aufbewahrung - richtiges Timing ist alles!

Der Zeitpunkt, zu dem die Speisen in den Kühlschrank gestellt werden, spielt auch eine entscheidende Rolle in puncto Haltbarkeit. Idealer weise sollten die Gerichte direkt nach dem Abkühlen oder maximal zwei Stunden später in den Kühlschrank gestellt werden. Grund ist die Raumtemperatur begünstigt die Bakterienbildung. Habt ihr nicht die Möglichkeit, alles sofort wegzustellen, ist die bessere Wahl, erst mal alles in verschlossenen Töpfen auf den Balkon oder die Terrasse zu stellen. Das ist ein guter Kühlschrankersatz.

Lebensmittelreste aufwärmen, aber richtig!

Zubereitete Lebensmittel sollten maximal ein Mal aufgewärmt werden und das bei mindestens 70° Grad. Dies stellt sicher, dass ein Großteil der Bakterien abgetötet wird. Habt ihr von den Speisen so viel übrig, dass es für mehrere Mahlzeiten reicht? Dann sollten die Lebensmittel bereits direkt nach dem Essen in Boxen oder Gläser portioniert werden. Ist euer Plan gleich am nächsten Tag die Reste zu verwerten, dann bewahrt dies im Kühlschrank auf. Die restlichen Behälter gebt ihr gleich in das Gefrierfach.

Mit diesen Tipps, können die bereits gekochten Speisen drei bis vier Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dennoch gilt! Kontrolliere vorher, ob alles noch wie zuvor ist. Hat das Essen einen anderen Geruch angenommen oder sieht merkwürdig aus, sollte es lieber nicht mehr verzehrt werden.

Pilze, Geflügel und Co.: So lange bleiben diese Lebensmittel frisch

Wie war das noch mal mit Omas Faustregel? Kann ich das auch so mit Pilzen machen? Wurde das Essen wirklich unverzüglich nach dem Abkühlen in den Kühlschrank gestellt? Dies sind die meisten Fragen, die beim erneuten Zubereiten von Mahlzeiten aufkommen.

Fleisch

Achtet bei der Zubereitung von Fleisch darauf, es komplett durchzugaren. Dies ist wichtig, damit beim erneuten Aufwärmen keine Keime entstehen können. Am besten erreicht ihr das, wenn die Kerntemperatur 80 °C betrug und das Fleisch innen nicht mehr rosa ist. Sehr wichtig ist es, im Anschluss kühl zu lagern. So können Steak, Hähnchen und Co. bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Greift beim Aufwärmen des Fleisches lieber zu einer Pfanne. Beim Aufwärmen in der Mikrowelle werden die Lebensmittel oft unregelmäßig erwärmt. In diesem Fall entstehen sogenannte „cold spots“ (dt. kalte Stellen). Salmonellen können in diesen Stellen sehr gut überleben.

Fisch und Meeresfrüchte

Hummer oder Garnelen sind beliebte leckerein, die an Weihnachten gerne serviert werden. Hier gilt besonders drauf zu achten, dies sofort nach dem Erkalten in den Kühlschrank zu stellen. Dann können Fisch und Co. bis zu zwei Tage aufbewahrt werden. Bei Garnelen sollte jedoch daran gedacht werden, dass sie ihre saftige Konsistenz verlieren und unter Umständen der Geschmack auch darunter leidet. Kaum zu glauben, gekochter Fisch bleibt sogar drei bis vier Tage bei entsprechender Kühlung essbar.

Beilagen

Stärkehaltige Beilagen wie Kartoffeln, Nudeln und Reis sind sehr anfällig für eine spezielle Art von Bakterien, die Sporen bildet. Diese hitzeresistenten Sporen lassen sich auch beim zweiten Aufwärmen nicht richtig abtöten. Daher sollte hier vorsichtig geprüft werden, bevor die Beilagen als zweite Mahlzeit dienen.

Haltbarkeit von Nudeln und Co.
gekochte Nudeln bis zu 3-4 Tage
gegarter Reis, maximal zwei Tage
Brat- oder Pellkartoffeln halten sich circa 2-3 Tag

Vorteil von Beilagen ist, sie verlieren während des Kühlens kaum Inhaltsstoffe und schmecken auch nach mehreren Tagen im Kühlschrank gelagert wie am ersten Zubereitungstag.

Pilze

Aus früheren Zeiten ist bestimmt noch bekannt, dass Champignons, Pfifferlinge und Co. viel leichter verderben als andere Lebensmittel. Dies ist jedoch nicht richtig. Wenn die Pilze bei der Zubereitung gut durchgegart wurden und vor dem erneuten Verzehr gut erhitzt werden, können sie gut ein weiteres Mal erwärmt werden. Dennoch sollte beachtet werden, Pilze nicht länger als einen Tag im Kühlschrank aufzubewahren. Ansonsten können sich giftige Bakterien bilden. Dies liegt an ihrem hohen Wassergehalt. Vorsichtshalber sollten Pilze entsorgt werden, wenn diese schlecht riechen oder sind verfärbt haben.

Folgende Übersicht kann hilfreich sein:
1. Pilzgerichte nach der Zubereitung rasch abkühlen lassen.
2. Bei 2 °C bis 4 °C im Kühlschrank aufbewahren (untere Glasplatte).
3. Beim erneuten Aufwärmen eine Mindesttemperatur von 70 Grad beachten und alles gut durchhitzen.

Spinat

Zubereiteter Spinat sollte so schnell wie möglich luftdicht verpackt und kühl gestellt werden. Spinat enthält den unbedenklichen Pflanzennährstoff Nitrat. Bilden sich jedoch Bakterien, wandelt sich dieser in das gesundheitsschädliche Nitrit um. Ist euer Kühlschrank jedoch gut auf die eingelagerten Lebensmittel eingestellt, passiert dies eher selten. Jedoch sollte spätestens nach zwei Tagen der zubereitete Spinat in der Essensplanung berücksichtigt werden.

Salate

Es ist ohne Probleme möglich, Salate und Blattgemüse mehrere Tage aufzuheben. Jedoch mindert dies die Qualität. Sellerie, Rote Beete oder Mangold enthalten  Nitrat, das sich wie beim Spinat in giftiges Nitrit umwandeln kann. Deshalb sollte es nicht längere Zeit bei Zimmertemperatur stehen gelassen werden. Achtet darauf, ob roh oder gekocht, es so schnell wie möglich kühl zu stellen oder im nächsten Gericht zu verarbeiten.

Eier

Das empfindlichste Lebensmittel ist wohl das Ei. Egal ob Rühr- und Spiegelei oder gekochte Eier, sie sollten kein zweites Mal erwärmt und auch nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Versucht bei Eiern immer nur so viel wie nötigt zuzubereiten und ggf. lieber noch mal nachnehmen und frisch zubereiten.

Bei allen zubereiteten Lebensmittel sollte beim Aufwärmen darauf achtet werden, dass die Reste bei mindestens 70 Grad Celsius für zwei Minuten gut durchhitzt werden.

Aufstrich aus Resten für den Weihnachtsbrunch
Aufstrich aus Resten für den Weihnachtsbrunch

Rezeptideen aus dem Weihnachtsmenü

Aufstrich:
Ist bei euch ein Weihnachtsbrunch geplant oder liebt ihr Aufstrich genau so wie ich? Könnt ihr einen leckeren Aufstrich zubereiten. Hierfür übrig gebliebene gegarte Hülsenfrüchte für etwa zwei bis fünf Minuten köcheln lassen. Fügt gegartes Gemüse und Zwiebeln mit etwas Butter oder Pflanzenfett hinzu und dünstet es mit den Hülsenfrüchteschrot unter ständigem Rühren. Lasst es für fünf bis zehn Minuten köcheln und schmeckt es nach Gusto ab.

Ragout:‌‌
Ist noch Fleisch von der Gans oder Ente vom Vortag übrig? Dann lässt sich mit der Soße, Maronen und Pilzen ein leckeres Ragout kochen.

Eintopf:‌‌
Sind nur die Knochen (Karkasse) übrig geblieben, könnt ihr mit kaltem Wasser aufgesetzt, eine Brühe kochen. Nun noch übriges Gemüse, Suppennudeln oder Backerbsen dazu und fertig ist der Resteeintopf.

Gemüsebrühe:
‌‌Habt ihr Reste von Kräutern, Schalen und Reste der Gemüsebeilagen? Dann könnt ihr mit Wasser, Salz, Knoblauch und ein paar Pfefferkörnern eine Gemüsebrühe kochen. Diese kann als Basis für weitere Gerichte dienen.

Kartoffelplätzchen:‌‌
Ist Kartoffelpüree übrig? Könnt ihr mit etwas Mehl, Eigelb und Schnittlauch vermengt ein würziger Brei herstellen. Diesen in der Pfanne ausbacken und ihr erhaltet leckere Kartoffelplätzchen.

Auflauf:‌‌
Aus Raclette Resten lässt sich ein deftiger Auflauf zubereiten. Schwitzt die Kartoffeln mit Zwiebeln und Speck in Öl an, gebt das Essiggemüse, Crème fraîche hinzu und vermengt alles gut. Nun füllt alles in eine Auflaufform um und garniert den restlichen Raclettekäse drüber. Gebt die Form in den Backofen und lasst es überbacken bis der Käse die gewünschte Bräune erreicht.

Stollen Ade:
‌‌Ist vom Christstollen auch zu viel übrig und mittlerweile auch trocken geworden, kann dieser mit etwas Butter und einer Tasse warmer Milch übergossen werden und bekommt so wieder Pep für die nächste Runde.

Inspiration für das nächste große Fest oder Weihnachten 2022

„Meal-Prepping“ wird von vielen gerne genutzt, um sich unter der Woche dennoch gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Zudem steht man nicht täglich vor dem Problem, was man kochen soll, sondern die Basis steht bereits am Sonntag oder muss dann nur noch an den einzelnen Tagen aufgetaut werden. Auch zu Festen oder an Weihnachten funktioniert Meal-Prepping wunderbar. So muss man sich im ersten Schritt nur überlegen, was die Grundkomponenten sind und im nächsten Schritt welche Gerichte daraus gezaubert werden. Dadurch kann an mehreren Tagen Verschiedenes geschlemmt werden und die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, dass zu viele Reste übrig bleiben.
Weiterer positiver Effekt ist, so wird Stress in der Küche vermieden, da weniger zuzubereiten ist und es müssen wenig verschiedene Lebensmittel gekauft werden, so kann langes aufhalten im Supermarkt reduziert werden. Dies ist ein großer Beitrag, um für mehr Besinnlichkeit in der stressigen Weihnachtszeit zu sorgen. Bei unserer Recherche haben wir uns von "Zu gut für die Tonne" inspirieren lassen. Den Menüvorschlag haben wir hier aufgeführt, damit ihr euch davon überzeugen könnt, wie einfach Meal-Prepping auch an Weihnachten sein kann.

Worauf kommt es bei Meal-Prepping an?Hauptkomponente ist Gemüse. Ob gebraten, gekocht oder roh – durch Gemüse seid ihr sehr flexibel und es ist immer schmackhaft. Greift auf Sorten wie Karotten, Zwiebeln, Rote Bete, Kürbis, aber auch winterliche Kohl- und Rübensorten zurück, so seid ihr saisonal, regional und abwechslungsreich aufgestellt.

Kartoffeln, Reis, Nudeln, Couscous oder Bulgur sind stärkehaltige Lebensmittel, die satt machen. Ungekocht halten sie bei richtiger Lagerung alle über mehrere Monate, außer der Kartoffel.

Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Eier, Quark oder Joghurt sind Eiweißlieferanten, die in keinem Gericht fehlen sollten. Jedoch ist hier zu beachten, dass frischer Fisch, Hack oder Geflügel auch gut gekühlt spätestens zwei Tage nach dem Kauf verzehrt werden sollten. Bei Schwein und Rind kann man maximal drei Tage vorplanen.

Auch an Feiertagen sind für Meal-Prepping die geeigneten Aufbewahrungsmöglichkeiten das A und O. Denn was bringt das best vorbereitete Menü, wenn es nicht ordentlich aufbewahrt werden kann. Festtagsschmaus Ala Meal-Prep

Hier ist ein klassischer Vorschlag für das mögliche Menü:
Heiligabend: Gänsebraten mit Rotkohl und Kartoffelpüree
Erster Weihnachtstag: Braten-Ragout mit Rotkohl-Walnuss-Salat, Kartoffeltaler und Ratatouille
Zweiter Weihnachtstag: Reste-Quiche

Ihr möchtet mehr Abwechslung auf den Tisch bringen, so lassen sich neben dem Rotkohl und den Kartoffeln, verschiedenes Gemüse wie Zwiebeln, Möhren, Zucchini, Auberginen, Paprika und Pilze mehrfach verwenden.Heiligabend

Zu Heiligabend wird der traditionelle Gänsebraten serviert. Rotkohl und Kartoffelpüree sind die geeignete Beilage, die auf den Tisch kommen. Beides lässt sich wunderbar vorbereiten und kann tiefgekühlt mehrere Wochen aufbewahrt werden. Der Rotkohl kann mit einigen alten Äpfeln, Zwiebeln und Gänseschmalz gegart werden. Nach dem Abkühlen in einem luftdichten Behälter füllen und im Tiefkühlfach lagern. Ist der Platz im Eisfach begrenzt, hält sich der vorgekochte Rotkohl auch luftdicht abgefüllt ein paar Tage im Kühlschrank. Wer hätte gedacht, dass Kartoffelpüree sich ebenfalls eingefroren, gut ohne Geschmacksverlußt aufbewahren lässt?  Diesen dann an Heiligabend auftauen und fertig ist der Kartoffelbrei mit wenig Zeitaufwand. Auch der Gänsebraten kann gut vorbereitet werden. So kann nach dem Kauf der Braten gleich zubereitet werden. Wenn dieser dann eingefroren wird, genügt es ihn am Vorabend im Kühlschrank aufzutauen und an Heiligabend im gut temperierten Ofen aufzuwärmen. Jedoch das regelmäßige Kontrollieren nicht vergessen.

Erster Weihnachtstag
Die Reste des großzügig kalkulierten Weihnachtsschmauses feiern am ersten Weihnachtsfeiertag ihr Revival. So kann aus den Gänseresten, Zwiebeln und Äpfel ein Ragout gekocht werden. Zu Apfelrotkohl von Heiligabend wird ein paar Walnüssen und einem Dressing aus Essig und Öl hergestellt und es entsteht ein knackiger Salat. Reste vom Kartoffelpüree werden mit Eiern, Mehlresten und Gewürzen vermengt und in einer Pfanne zu Kartoffeltaler ausgebacken.

Zweiter Weihnachtsfeiertag
Am zweiten Weihnachtsfeiertag heißt es ran an die Reste. So lässt sich eine leckere Reste-Quiche zaubern. Alles kommt hinein, egal ob Reste vom Braten, Gemüse, Ratatouille oder überschüssige Eier und Mehl – hier kommt alles zum Einsatz.

An die Dosen fertig, los. Nu dürftet ihr gerüstet sein für die perfekte Aufbewahrung euerer Reste vom Weihnachtsmenü. Zudem habt ihr nun eine Idee wie Meal-Prepping mit dem Festmenü funktioniert. Lasst uns wissen, was es bei euch zu Weihnachten alles zu essen gab und wie ihr mit den Resten umgegangen seid. Wir sind gespannt! Schreibt uns gerne an info@speisekammer.app